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Re: Farymann E

Verfasst: Sa 26. Nov 2011, 22:13
von ackerschiene
Du mußt nichts absaugen, das Öl läuft von alleine ins Kurbelgehäuse, vermutlich wird es da auch schon sein, das Saugen dürfte vergeblich sein....

Beim Starten läßt man am besten den Luntenhalter erst mal draußen und kurbelt mit einer Hand an der Einspritzleitung ein paar Umdrehungen (natürlich Gashebel ganz oben=Vollgas). Merkt man dabei das Zucken in der Einspritzleitung, weiß man, dass Diesel eingespritzt wird, dann Luntenhalter mit Zündfix rein, dann ankurbeln, Motor läuft.
Zuckt es nicht in der Leitung, geh erst mal auf Dieselsuche...bei mir habe ich über 80 Zündfixe verbraten bevor er das erste Mal ansprang.

Zuletzt lag es am Druckventil oberhalb der E-Pumpe, das musste erst neu eingeschliffen werden, und natürlich gründlich entlüften, es ist wenig Gefälle zwischen Tank und Pumpe, man muss wirklich gründlich und lange entlüften, gerade, wenn man die Pumpe auseinander hatte, da sind so Hohlräume, die wollen sich einfach von alleine nicht mit Diesel füllen.

Gruß, Uwe

Re: Farymann E

Verfasst: So 27. Nov 2011, 15:42
von Ackergaul
Hallo Uwe,

Das mit dem geringen Gefälle beim entlüften habe ich schon gemerkt. Aus der Entlüftungsschraube an der ESP wollte erst kein Diesel kommen, hatte sie dan ganz rausgeschraubt und dann den Tank noch weiter befüllt, dann kam der Diesel geflossen.
Einspritzen tut die Pumpe jedenfalls, beim durchdrehen schnarrt die Einspritzdüse, ob der Einspritzdruck stimmt weis ich allerdings nicht.
Ich muss mir jetzt halt erst mal den Luntenhalter besorgen, sonst wird das wohl nichts. Die Kompression ist auch nicht mehr die aller Beste.
Wieviele Umdrehungen kann man eigentlich mit so einem Zündfix machen, bis es runtergebrannt ist?

Grüße
Dirk

Re: Farymann E

Verfasst: So 27. Nov 2011, 20:42
von ackerschiene
Ach ,die Kompression wird schon wieder, wenn er erstmal gelaufen ist - die Kolbenringe sind ok ? Sooo gewaltig ist die Kompression auch nicht, lass dich nicht täuschen.
Vermutlich sind die Ventile bzw. die Sitze auch verdreckt, das alles passt sich beim Laufen wieder an. Vielleicht kleben auch die Kolbenringe, das wird schon wieder, lass ihn einfach laufen und am besten arbeiten..... .

So eine Zündfixlunte ist eigentlich recht schnell durch den Auslaß verschwunden, zum Anwerfen reicht es - also so drei, max. vier Zünd-OT's macht sie vielleicht mit, dann ist sie weg. Soll ja auch so sein, ärgerlich ist nämlich, wenn sie sich dann doch mal im Auslaß verklemmt, Motor springt an, geht wieder aus weil keine Kompression mehr (Auslaßventil auf "Durchzug"), passiert gelegentlich, aber eher selten.

Wenn er dann - also mit Luntenhalter und Zündfix - immer noch nicht will, hilft bei einem (nicht defekten !) Dieselmotor immer eine Lötlampe, mit der man die Ansaugluft kräftig vorheizt, nach der (den) ersten Zündung(en) aber wegnehmen, damit genug Sauerstoff in den Brennraum kommt., also Luftfilter ab, Lötlampe davor, kurbeln.
Dazu braucht man dann natürlich einen Helfer. So kriegt man ihn auch ohne Zündfix zum Laufen.

Zum Thema Luntenhalter: Das Loch hast zu aber schon verschlossen, oder - sonst wird das nichts mit Anwerfen, die ganze Kompression flutscht da doch raus.

Gruß, Uwe

Re: Farymann E

Verfasst: Mo 28. Nov 2011, 20:34
von Ackergaul
Hallo Uwe,

ja die Luntenhalterbohrung ist mit einer Schraube verschlossen.
Ob die Kolbenring in Ordnung sind kann ich nicht sagen, hatte den Kolben noch nicht ausgebaut.
Den Einlasskanal hatte ich mal mit Bremsenreiniger geflutet, ob damit alle Ablagerungen von den Ventilen runter sind weis ich nicht..
Ich werde meine Frau mal davon überzeugen, mich mit Lötlampe und Heisluftfön bewaffnet in den Schuppen zu begleiten, dann werden wir ihn schon zum Laufen bekommen.
Schade das ich keine Riemenscheibe am Motor habe, sonst hätte ich ihn mal an den Riemenantrieb vom Traktor gehängt...

Grüße
Dirk

Re: Farymann E

Verfasst: Di 29. Nov 2011, 19:29
von ackerschiene
Meinst Du, es war so richtig gut, dass der ganze Dreck im Einlaßkanal jetzt mit Bremsenreiniger in den Motor gespült wurde ?
Naja, sie können ja schon so einiges ab, die Motoren......aber eine Pflegemaßnahme war das eher nicht.

Auf jeden Fall wünsche ich viel Erfolg beim Startversuch, nicht den 17er Schlüssel vergessen, mit dem man zur Not die Einspritzleitung lösen kann, falls der Regler eine Macke haben oder festgegammelt sein sollte.....

Er wird schon laufen, er kann ja sonst nichts anderes :P

Gruß, Uwe

Re: Farymann E

Verfasst: Sa 7. Jan 2012, 20:12
von Ackergaul
Hallo,

der Ferymann springt leider immer noch nicht an.
Habe mitlerweile einen Luntenhalter, aber auch damit war ihm kein Mux zu entlocken. Die Zündfix zünden aber immerhin.
Eine Kompression Messung war niederschmetternd. Knapp über 12 Bar und mit ein par spritzern Öl 19 Bar. Das is zu wenig.
Habe heute den Kopf runtergenommen und den Kolben ausgebaut. Sieht so weit noch sehr gut aus. Die Ventile sind dicht, die Kolbenringe okay und am Kolben und Zylinder sind auch keine ungewöhnlichen Beschädigungen zu erkennen. Was nun???
Min Kumpel meinte das das Spaltmaas zu groß sein könnte, da ein rech dicker Kupferring (1,6mm) als Kopfdichtung verbaut wurde. Wir müssen das Maas noch ausmessen (soll 0.65 bis 1,05mm betragen).
Weis von euch zufällig jemand wie dick der Kupferring der Zylinderkopfdichtung original sein soll? In der Farmann Ersatzteilliste steht dessen stärke leider nicht drinn, es gibt aber auch nicht unterschiedliche stärken zu bestellen.
Falls ihr noch andere Ideen zu Fehlerursache kennt, dann last es nich wissen.

Grüße
Dirk

Re: Farymann E

Verfasst: Sa 7. Jan 2012, 20:42
von ackerschiene
So aus der Erinnerung ist der Kupferring schon recht dick gewesen bei meinen Motoren. Ob es jetzt 1,6 mm waren, weiß ich nicht mehr, kann aber schon sein.

Wie hast Du denn die Dichtigkeit der Ventile geprüft ? Ich weiß ja nicht, welche Fachkenntnisse Du hast, Du weißt sicher, dass da Sichtprüfung nicht ausreicht.
Dass die Ventile bei einem alten verdreckten Motor dicht sein sollen, kann ich mir echt nicht vorstellen.
Die Behandlung der Ventile mit Bremsenreiniger dürfte auch kaum was gebracht haben, was hier gemacht werden muss, ist ein Einschleifen der Ventile. Es geht um Ölkohle und harten Gammel, der entfernt werden muss. Das geht mit Chemie nicht.
Man könnte, ja man könnte ganz vielleicht die Ventilsitze mit Schmierfett bestreichen, Ventile wieder rein und den Motor zusammenbauen. Wenigstens für ein paar Kolbenhübe könnte man so die Kompression messen und dabei die Ventile als Fehlerquelle ausschalten.
Oder man ist mutig und macht so einen Startversuch...............

Es gibt ja so viele mögliche Ursachen nicht: Kolben oder -ringe, der Zylinder (ausgelutscht oder Buchse gerissen, oder aber die Ventile/-betätigung bzw. der Kopf (gerissen), schon fertig. Wenn der Kolben also nicht in der Buchse klappert, die Buchse + Kolben + Ringe ok sind und auch die Pleuel-/ KW-lagerung, bleibt ja nur noch der obere Motorteil)
Gerissene Laufbuchse kannst Du prüfen, wenn Du Druckluft in den Zylinder (über den Luntenhalter) gibst und ins Kühlwasser schaust, da sollte stets Ruhe herrschen und keine Luftblasen auftreten.

Gruß, Uwe

Re: Farymann E

Verfasst: Fr 7. Okt 2016, 08:59
von Wutzje
Hallo,
was ist denn nun aus dem Motor geworden?
Mich würde interessieren wie zuverlässig ein Motor dieser Bauart läuft und wieviel er verbraucht.
Mir geht es um Infos, die mir bei einer Kaufentscheidung helfen sollen.
Gruß, Dietrich

Re: Farymann E

Verfasst: Fr 7. Okt 2016, 17:30
von Eljo
Hallo Dietrich,
Zu diesem Motor speziell kann ich keine Auskunft geben, aber:

Eigentlich laufen alle älteren Dieselmotoren traumhaft schön, und speziell bei Kleineren ist der Verbrauch im Tank quasi nicht erkennbar, vorausgesetzt du willst ihn nicht dauerhaft fordern, sondern nur schön langsam im Standgas vor sich hin tuckern lassen...

Was speziell bei Farymann schön ist, ist, dass man sie relativ unkompliziert über den Gas-Handregulierhebel weit hinunterregeln und somit den Dieselklang genießen kann, was beispielsweise bei Deutz-Dieselmotoren nicht so ohne Weiteres machbar ist.

Du solltest nur darauf achten, dass alle Lager in Ordnung sind, wobei man bei Farymann die Rollenlager eigentechnisch noch bekommt (SKF, FAG) und dass der Motor genügend Kompression und keinen Frostschaden hat, dann sollte er mit ein bisschen frischem Öl, Diesel, Wasser und Zuneigung zum laufen zu überreden sein ;)

Grüße, Aaron

Re: Farymann E

Verfasst: Fr 7. Okt 2016, 21:05
von ackerschiene
Diese Motoren sind aufgrund des Fehlens von Gleitlagern (alles stabile Rollen- oder Kugellager) ausserordentlich langlebig und zuverlässig. Sie brauchen Diesel, Öl und Wasser, dann geht es ihnen gut.
Der Verbrauch ist natürlich leistungsabhängig, von kaum feststellbar bis gering, ich vermute, Dein Gedanke geht in Richtung Blockheizkraftwerk, kann man machen, klar, aber die Motoren haben max. 4,5 oder 5 PS (also mit Generator für 1500 U/min. von vielleicht 2-3 kW ) und sind Dieselmotoren, die nicht so schnell und so viel Wärme erzeugen, wie Benzinmotoren, weil ihr Wirkungsgrad besser ist. Die Wärme ist schließlich nur Abfall, der nicht in Leistung umgewandelt werden konnte.

Aber trotzdem: Super Motoren, die man wirklich mögen kann und die eigentlich nur beim Stehen kaputtgehen, beim ständigen Gebrauch annähernd niemals ! Ein gesunder Farymann E tuckert, "dass es eine Lust ist" (wie man früher in Märchenbüchern schrieb)

Gruß, Uwe