Re: Deutz-Viertakter-MKD 142 - Baujahr 1914
Verfasst: Mi 26. Mai 2021, 20:17
Hallo,
seit meinem letzten Beitrag ist wieder eine Menge am Motor passiert.
Die Brennstoffnadel und ihr Sitz wurden mehrfach eingeschliffen sowie eine Korrosionsstelle mit Material aufgefüllt. Beim Test mit einem kleinen 8 Bar Kompressor hielt sie 100% dicht (Danke für den Tipp @Rik Lemmens).
Der Kraftstofftank wurde von innen gestrahlt und beschichtet, um keine Verunreinigungen über den Diesel in den Motor zu bringen. Der Hilfskraftstofftank für den Teerölbetrieb wurde ebenfalls gestrahlt, obwohl dieser nicht mehr angeschlossen wird. Die Hilfskraftstoffpumpe haben wir von der Nocke genommen.
Mit geglühten Kupfer- und Zinnringen sind die gereinigten Ventile für die Hochdruckstufe wieder eingebaut und halten dicht. Auch die beiden Ventile der ersten Stufen wurden noch einmal gereinigt und dichtend eingebaut. Die Sicherheitsverschraubung am Niederdrucktopf des Kompressors wurde ausgebaut und der 800 Liter Lufttank bei bis zu 10 Bar Druck entwässert.
Bei Ausbau der Verschraubung erwartete uns eine Überraschung. Ein altes 5 DM Stück dichtete die Verschraubung von innen ab (Siehe Foto). Weiß jemand wie diese Abdichtung im Original aussah?
Das letzte ungeprüfte Bauteil sind die Kolbenringe der ersten und zweiten Verdichterstufe. Diese hätten wir gerne überprüft. Leider konnten wir trotz zentraler Abziehvorrichtung und Hilfe eines Kettenzuges (Siehe Foto) weder den Deckel, noch den oberen Einsatz herausnehmen.Da wir natürlich keine Gewalt anwenden wollten, haben wir den Versuch abgebrochen.
Kann es sein, dass jeweils die Bolzen gekontert und rausgedreht werden müssen und der Deckel bzw. der Einsatz ein Gewinde besitzen? Oder gibt es andere Tipps und Ratschläge was man bei der Demontage beachten muss?
Ein ungelöstes Problem bleibt das Linksdrehen des Motors in der Startstellung. Deutz schreibt in der Bedienungsanleitung: Zum Start müsse der Zylinder sich kurz vor dem innerem Totpunkt befinden und das Einlass- und Auslassventil geschlossen sein. In dieser Position sind die Kolben der ersten und zweiten Verdichterstufe auf halbem Wege. Wenn jetzt die Vorspannluft auf den unteren Kolben drückt, dreht sich das Schwungrad nach links, öffnet ein Ventil am Zylinderkopf und der Motor kann nicht mehr mit Betätigung des Hebels gestartet werden.
Hat jemand damit Erfahrung? Ist der innere Totpunkt mit OT zu vergleichen?
Morgen (Donnerstag) werden wir direkt einen weiteren Startversuch (Mit Druckluft) vornehmen und gucken wie viel Kompression die Luftpumpe aufbaut. Wir finden zwar viel Original-Werkzeug, Original-Ersatzteile und die Original-Bedienungsvorschrift vor, jedoch hilft das teilweise nur bedingt weiter. Eure Hinweise sind für uns wirklich Gold wert, Danke!
Zur besseren Vorstellung habe ich ein paar Fotos von unserem "Arbeitsplatz" angehängt.
Viele Grüße
Henrik
seit meinem letzten Beitrag ist wieder eine Menge am Motor passiert.
Die Brennstoffnadel und ihr Sitz wurden mehrfach eingeschliffen sowie eine Korrosionsstelle mit Material aufgefüllt. Beim Test mit einem kleinen 8 Bar Kompressor hielt sie 100% dicht (Danke für den Tipp @Rik Lemmens).
Der Kraftstofftank wurde von innen gestrahlt und beschichtet, um keine Verunreinigungen über den Diesel in den Motor zu bringen. Der Hilfskraftstofftank für den Teerölbetrieb wurde ebenfalls gestrahlt, obwohl dieser nicht mehr angeschlossen wird. Die Hilfskraftstoffpumpe haben wir von der Nocke genommen.
Mit geglühten Kupfer- und Zinnringen sind die gereinigten Ventile für die Hochdruckstufe wieder eingebaut und halten dicht. Auch die beiden Ventile der ersten Stufen wurden noch einmal gereinigt und dichtend eingebaut. Die Sicherheitsverschraubung am Niederdrucktopf des Kompressors wurde ausgebaut und der 800 Liter Lufttank bei bis zu 10 Bar Druck entwässert.
Bei Ausbau der Verschraubung erwartete uns eine Überraschung. Ein altes 5 DM Stück dichtete die Verschraubung von innen ab (Siehe Foto). Weiß jemand wie diese Abdichtung im Original aussah?
Das letzte ungeprüfte Bauteil sind die Kolbenringe der ersten und zweiten Verdichterstufe. Diese hätten wir gerne überprüft. Leider konnten wir trotz zentraler Abziehvorrichtung und Hilfe eines Kettenzuges (Siehe Foto) weder den Deckel, noch den oberen Einsatz herausnehmen.Da wir natürlich keine Gewalt anwenden wollten, haben wir den Versuch abgebrochen.
Kann es sein, dass jeweils die Bolzen gekontert und rausgedreht werden müssen und der Deckel bzw. der Einsatz ein Gewinde besitzen? Oder gibt es andere Tipps und Ratschläge was man bei der Demontage beachten muss?
Ein ungelöstes Problem bleibt das Linksdrehen des Motors in der Startstellung. Deutz schreibt in der Bedienungsanleitung: Zum Start müsse der Zylinder sich kurz vor dem innerem Totpunkt befinden und das Einlass- und Auslassventil geschlossen sein. In dieser Position sind die Kolben der ersten und zweiten Verdichterstufe auf halbem Wege. Wenn jetzt die Vorspannluft auf den unteren Kolben drückt, dreht sich das Schwungrad nach links, öffnet ein Ventil am Zylinderkopf und der Motor kann nicht mehr mit Betätigung des Hebels gestartet werden.
Hat jemand damit Erfahrung? Ist der innere Totpunkt mit OT zu vergleichen?
Morgen (Donnerstag) werden wir direkt einen weiteren Startversuch (Mit Druckluft) vornehmen und gucken wie viel Kompression die Luftpumpe aufbaut. Wir finden zwar viel Original-Werkzeug, Original-Ersatzteile und die Original-Bedienungsvorschrift vor, jedoch hilft das teilweise nur bedingt weiter. Eure Hinweise sind für uns wirklich Gold wert, Danke!
Zur besseren Vorstellung habe ich ein paar Fotos von unserem "Arbeitsplatz" angehängt.
Viele Grüße
Henrik