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Re: Einzylinder-Dieselmotor mit Frittenöl ???

Verfasst: Mi 26. Jan 2011, 18:36
von wollitell1704
Hmm, nun rein theoretisch ist laut Deutz-Anleitung einzige Bedingung, dass der Kraftstoff flüssig genug sein muss um durch Filter usw. zu fließen. Den alten Motoren macht es wenig aus, wenn sie mit schlechterem (aber sauberem!) Kraftstoff laufen. Ein Arbeitskollege von mir hat seinen 190D auch mit Pflanzenöl gefahren, ohne Umbauten. Frage ist, wozu willst Du das denn? So teuer ist Diesel nun auch wieder nicht...

Re: Einzylinder-Dieselmotor mit Frittenöl ???

Verfasst: Mi 26. Jan 2011, 20:56
von deutzhof
es funktsioniert habe ses am deutz 711 aus probirt und am farymann und am deutz f1l612 er sank nur wiene frittenbude

Re: Einzylinder-Dieselmotor mit Frittenöl ???

Verfasst: Mi 26. Jan 2011, 22:01
von oldiefreund22
Hallo, du kannst Frittenöl nehmen, es geht auch Palmöl. Im Winter wirst du aber Probleme bekommen. Solange der Motor läuft ist alles gut, wenn du ihn abstellst wird das Zeug hart, besonders Palmöl. Das muß immer gut vorgewärmt sein sonst verkleistern die Leitungen und Düsen und Filter.
Nimm Diesel und alles ist schick. Oder Heizöl, ist etwas billiger. Dann darf es aber keine Arbeitsmaschine sein sondern z.B. ein BHKW. (Stichwort Steuerhinterziehung)

Re: Einzylinder-Dieselmotor mit Frittenöl ???

Verfasst: Mi 26. Jan 2011, 22:16
von MotorenMatze
Hallo,

also ich habe aus Testzwecken vor längerem einen MAH 711 schon mit Sonnenblumenöl laufen lassen was bestens funktioniert hat.

Aaaaaaber nun zu den Erfahrungen die ich damit gemacht habe:

1. Der Einspritzdruck musste erhöht werden damit das Öl überhaupt zerstäubt (Was sehr auf das Material bzw. die Pumpe geht)
2. Der Motor hatte mit Sonnenblumenöl sehr schlechte Starteigenschaften
3. Wenn der Motor länger steht verharzt die komplette Einspritzanlage
4. Wenn der Motor läuft stinkt alles nach Pommes

Fazit:
Es funktioniert; aber nicht zu Empfehlen.
Bei den paar Litern Diesel die wir im Jahr auf Treffen verbrauchen wenn wir die Motoren laufen lassen lohnt es sich auf keinen Fall wenn man den verschleiß gegenrechnet. Zumal der Liter Sonnenblumenöl auch schon fast einen Euro kostet.


Gruß Mathias

Re: Einzylinder-Dieselmotor mit Frittenöl ???

Verfasst: Di 1. Feb 2011, 13:50
von UuUNIMOG
Hallo Ecki,

die größte Gefahr bei Betrieb mit Pflanzenölen ist die Polymerisation des Motoröls. Das wird irgendwann plötzlich geleeartig. Und dann schmiert es natürlich nicht mehr bzw. kommt nicht mehr an den Schmierstellen an. Deshalb wird empfohlen, das Ölwechselintervall mindestens zu halbieren und die Beschaffenheit regelmäßig zu kontrollieren.

Zu dem Thema gibt es mehrere Doktorarbeiten, schon seit den 1930er Jahren. Eine recht aufschlußreiche Diplomarbeit ist diese:
Universität der Bundeswehr München
Eignung von aufbereiteten Altfetten zum Betrieb eines Dieselmotors
Oberleutnant Olaf Soyk, 1999
http://journeytoforever.org/biofuel_lib ... t_soyk.pdf

Die einzigen mir bekannten praktischen Langzeiterfahrungen mit Pflanzenöl liegen mit Elsbett-Motoren vor. Der notwendige besondere Aufwand rechnet sich allerdings nur bei starker Nutzung, wie z. B. im LKW-Fernverkehr.

Mit freundlichen Grüßen

Christoph