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Junkers Gegenkolbenmotoren - Effizienz
Verfasst: Di 18. Aug 2026, 21:47
von MarkK
So ein Junkers 1HK65 (vielleicht auch ein Zweizylinder) reizt mich noch mal als Notstromaggregat. Ich besitze so ein Teil zwar noch nicht, aber um mal ein Gefühl für die Maschine zu bekommen suche ich nach einer Betriebsanleitung und ähnlicher Literatur.
Was ich interessant fände, wär auch der spezifische Kraftstoffverbrauch. In der DDR liefen die Dinger ja lange in Netzersatzanlagen - da muss es doch Daten geben, wie viel Diesel pro Stunde da durch geflossen sind.
Für den sehr seltenen Privatbetrieb ist es zwar nicht so wichtig, aber interessant zu wissen allemal, wie weit von einem modernen Aggregat diese spannenden Maschinen entfernt sind.
Vielleicht hat ja jemand allgemeine und auch spezielle Literatur zu dem Teil - vorerst am liebsten digital als PDF.
Re: Junkers Gegenkolbenmotoren - Effizienz
Verfasst: Mi 19. Aug 2026, 09:21
von walchi
Re: Junkers Gegenkolbenmotoren - Effizienz
Verfasst: Mi 19. Aug 2026, 11:12
von BUMI
Zweitaktmotoren kranken an der Spülung. der Junkers mit Längsspülung ist etwas besser als Motoren mit Umkehrspülung (MAN). MAN hat die Chance ergriffen und baut(immer noch?) in Kopenhagen Motoren mit Längsspülung ...
Gruß, Burgfried
Re: Junkers Gegenkolbenmotoren - Effizienz
Verfasst: Mi 19. Aug 2026, 12:11
von MarkK
BUMI hat geschrieben: Mi 19. Aug 2026, 11:12
Zweitaktmotoren kranken an der Spülung. der Junkers mit Längsspülung ist etwas besser als Motoren mit Umkehrspülung (MAN). MAN hat die Chance ergriffen und baut(immer noch?) in Kopenhagen Motoren mit Längsspülung ...
Gruß, Burgfried
Einer der Gründe, warum ich den Junkers so interessant finde. Das Design ist ja schon wirklich alt, aber die Vorteile sollten sich ja irgendwo im Verbrauch erkenntlich zeigen. Besser als andere zeitgenössische Motoren dürfte er allemal sein, aber ich fände eben schön, das mit Zahlen belegen zu können.
Re: Junkers Gegenkolbenmotoren - Effizienz
Verfasst: Mi 19. Aug 2026, 22:39
von countryman
Der Junkers-Motor ist interessant, erkauft aber den Verzicht auf Ventile mit konstruktivem Aufwand an anderer Stelle.
Das A und O des Dieselbaus ist vielmehr die optimale Verbrennung, d.h. Hinführung des Kraftstoffs zur vorhandenen Luft durch die Einspritztechnik.
Ansonsten liegen die Wirkungsgrade (spezifischer Kraftstoffverbrauch) guter Dieselmaschinen recht eng beieinander.
Ich denke nicht dass die Junkers-Motoren oder auch Commer, Napier Deltic,.. besser waren als zeitgenössische Viertakter.
Re: Junkers Gegenkolbenmotoren - Effizienz
Verfasst: Do 20. Aug 2026, 07:54
von motorenbau
Hallo
In einem Prospekt aus den 30er Jahren ist der Verbrauch für die HK65 Baureihe mit 210 g/PSh (Gramm pro PS und Stunde) angegeben. Zur gleichen Zeit hatten die MWM KD Vorkammermotoren 200 g/PSh angegeben. In den 50er Jahren gab es Direkteinspritzer (MAN, Eicher), die auf etwa 170 g/PSh kamen. Zu dieser Zeit wurde für den DDR-Junkers ein Wert von 200 g/PSh angegeben.
Fazit: Für die 30er Jahre ein akzeptabler Wert, in den 50er Jahren bezüglich Verbrauch veraltet.
Zum einen kann man das mit der veralteten Einspritztechnik (offene Düse, sehr ungünstige Brennraumform) erklären, zum anderen mit dem schlechten mechanischen Wirkungsgrad der vielen beweglichen Teile. Das sind auch die Gründe, warum sich Gegenkolbenmotoren nur in Nischenbereichen durchsetzen konnten.
Gruß Christian
Re: Junkers Gegenkolbenmotoren - Effizienz
Verfasst: Do 20. Aug 2026, 12:35
von countryman
Vielen Dank für die konkreten Zahlen, sind ja wirklich nicht einfach zu finden und daher hier als "Forenwissen" bestens aufgehoben.
Aktuelle Traktormotoren kommen auf Praxisverbräuche um 240 g/kWh was etwa 176 g/PSh entspricht *) . Der Bestwert wird darunter liegen. Viel hat sich am Wirkungsgrad nicht mehr getan.
*) zuzüglich etwa 10% AdBlue.
Re: Junkers Gegenkolbenmotoren - Effizienz
Verfasst: Do 20. Aug 2026, 12:38
von countryman
Sehe gerade, aktuelle Bestwerte (Motor allein) liegen bei 190 g/kWh oder 140 g/PSh
Re: Junkers Gegenkolbenmotoren - Effizienz
Verfasst: Sa 22. Aug 2026, 11:01
von schmierlappe
Hallo, ich hatte einige Zweitaktdiesel Holder Hirth auf diversen Einachsschlepper.
Vom Verbrauch hat sich da zum vergleichbaren Viertakter nichts getan.
Wenn man den Ölverbrauch mitgerechnet hat, ist der Viertakter günstiger.
Das waren aber alles Motore mit Kurbelgehäuse-Spülung, und das Letzte wofür ich die Nutzen wollte wäre ein Stromaggregat.
Da steht man permanent im Ölnebel wenn kein Wind geht.
Schon das Holz schneiden mit dem Holder B12 war unmöglich.
Deswegen sage ich immer wenn mir jemand einen Zweitakter andrehen will: Ne Danke, aus dem Alter bin ich raus...
Ich habe dann irgendwann den Sprung zum Direkteinspritzer geschafft, ein Deutz F1L411-D auf einem Stromaggregat. Damit schneide ich jedes Jahr mein Holz.
Der Verbrauchsunterschied zu den Hatz E70er Serie mit Wirbelkammer ist schon heftig, im Vergleich zu dem OM636 im Unimog ist er Gigantisch.
Diese spezifischen Verbrauchswerte und Kurven im Datenblatt gelten immer für Vollast.
Der Unterschied vom Direkt zu Vorkammermotor ist da auf dem Papier eigentlich nicht wirklich groß, bei meinem Deutz 411-D sind es 172g/Psh zu 193g/Psh beim 411-W
Aber die Motore laufen meist nie auf Vollast, beim Stromaggregat meistens mit voller Drehzahl im Leerlauf.
Und da ist der Unterschied sehr groß, der Vorkammermotor muß immer mindestens die Vorkammer füllen und Heizen/Ausblasen das er überhaupt läuft. Das fällt beim Direkteinspritzer ganz weg.