Deutz MAH 914 erster Startversuch nach ca. 20 Jahren

Hier kommen die Probleme mit den Motoren rein

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Hans

Deutz MAH 914 erster Startversuch nach ca. 20 Jahren

Beitrag von Hans »

Hallo zusammen,
gestern war es soweit: Der Motor wurde zusammen gebaut, eingestellt, mit Öl befüllt und es gab den ersten Startversuch nach ca. 20 Jahren Stillstand.
Tja, der ist leider komplett in die Hose gegangen, es sind drei Probleme aufgetreten.
1.:
Mir ist vor dem Startversuch schon aufgefallen, dass es im Einlass beim Drehen des Motors zischelt, also ist vermutlich das Ventil undicht und der Motor hat dementsprechend schlechte Kompression. Das ist sehr schade, weil ja an der Stelle alles neu ist: Ventile, Ventilführungen und die Ventilsitze sind frisch eingefräst. Der Motoreninstandsetzer sagte mir auch, ich solle die Ventile auf gar keinen Fall einschleifen - das habe ich dann natürlich auch nicht gemacht. Na jetzt kann ich erste mal einen Dichtigkeits-Test mit Rostlöser oder Benzin machen, mal schauen, wo da die Ursache ist.
2.:
Direkt beim Einfüllen des Kühlwassers hat es unter der Bodenplatte raus getröpfelt, der Motor hat also an der Unterseite einen Frostschaden, von dem ich bisher nichts wusste. Das hätte ich auch vorher prüfen können, einfach mal vor Beginn der Restauration Wasser einfüllen...
3.:
Kurze Zeit nach dem Einfüllen des Kühlwassers kamen auch unten an der Kopfdichtung ein paar Tropfen Wasser raus. Mir ist ein Rätsel, warum. Ich habe natürlich eine frische Kopfdichtung eingebaut und die Kopfschrauben nach Motordatenbuch und etwas darüber hinaus angezogen.

Tja, jetzt sind also erst einmal wieder Zerlegung, weitere Prüfungen und Reparaturen und runter heben des Motorblocks von der Maschine angesagt.
Ein mehr-oder-weniger-Restaurationstagebuch unserer Maschine findet Ihr hier.

Aber Rückschläge wie dieser hier gehören wohl zu so einem Projekt auch dazu... Also: Weitermachen!
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BUMI
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Re: Deutz MAH 914 erster Startversuch nach ca. 20 Jahren

Beitrag von BUMI »

Moin, ich würde nicht gleich auseinanderbauen:
Wenn die Ventile und Sitze neu sind, sollten die auch ohne Schleifen dicht werden. Zunächst würde ich mit einem Gummihammer 100 Schläge auf die Ventile geben und dann mal sehen, wie die dichten. wenn der Motor das erste mal gelaufen hat, sorgen Temperatur und Druck schon dafür, dass es besser wird.
Wenn an der Kopfdichtung nur ein paar Wassertropfen kommen, aber keine Kompression verloren geht, setzt sich das dicht. Wenn es unten leckt, kann es auch sein, dass der Boden durchgerostet ist.
Gruß, Burgfried
Kultur ist die Zügelung der Gier.
Dicke Eier sind nicht immer ein Zeichen für Potenz - es könnte Krebs sein
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Hans

Re: Deutz MAH 914 erster Startversuch nach ca. 20 Jahren

Beitrag von Hans »

Hallo Burgfried,
schon zu spät... ;)
Ich habe den Kopf heute morgen runter gemacht und inspiziert - hauptsächlich das Einlassventil ist undicht, wenn ich den Kopf hin stelle und Rostlöser in den Einlasskanal fülle, dann tropft es leicht unten raus.
Dann habe ich mal die alte und die neue Kopfdichtung angeschaut - die haben ein etwas unterschiedliches Profil und ich habe am Zylinderfuß etwas Kalk übersehen, der noch anhaftet. Diesen "Buckel" hat die neue Dichtung dann nicht abgedichtet bekommen, ist ja klar... Das war also der Grund für die Undichtigkeit an dieser Stelle.
Dass der Boden vom Motor durchgerostet ist, glaube ich nicht. Der Gesamtzustand ist ja eigentlich gut und er hatte auch immer ein Dach über dem Kopf, mindestens das Dach von der fahrbaren Bandsäge. Aber was soll's auch, anschauen muss ich das ohnehin.
Der Tipp mit den 100 Schlägen auf die Ventile ist ja interessant! Das werde ich heute noch austesten, der Zylinderkopf ist derzeit gerade wieder mit der alten Kopfdichtung montiert, mal zum Vergleich und zum testen...
Ich werde berichten.
Hans

Re: Deutz MAH 914 erster Startversuch nach ca. 20 Jahren

Beitrag von Hans »

Hallo zusammen,
das klopfen der Ventile hat leider nichts gebracht - außer, dass ich den Motor besser kennen gelernt habe.
Ich habe nämlich bei der Gelegenheit feststellen dürfen, dass das Einlassventil, welches ich mit ein bisschen Öl geschmiert habe, leichtgängiger ist als das Auslassventil, welches ja über die Stauffer-Buchse mit Fett versorgt wird. Immerhin was :roll:
Ich werde dann heute den Motoren-Instandsetzer, der die Reparatur gemacht hat, kontaktieren und mal hören, was der zu sagen hat.
Hans

Der Motor läuft!

Beitrag von Hans »

Hallo zusammen,
zwischenzeitlich war ich mit dem Zylinderkopf nochmal beim Motoreninstandsetzer.
Es war wirklich so, dass das (neue!!!) Einlassventil undicht war, es musste also überarbeitet werden.
Danach habe ich alles wieder zusammen gebaut, eingestellt und einen zweiten Startversuch gewagt.
Und siehe da: Der Motor sprang trotz Minusgraden sofort an!
Es ist schon ein unglaubliches Gefühl, den eigenen Motor das erste Mal laufen zu sehen und zu hören - und die Vibrationen im Scheunenboden durch die Schuhe zu spüren :D
Einen Ausschnitt dieses Probelaufs habe ich mal bei Youtube eingestellt.
Ich habe zwar noch keine Erfahrung mit diesen Motoren, würde aber dennoch sagen, dass er schön gleichmäßig läuft und soweit alles in Ordnung zu sein scheint.
Jetzt kann ich dann auch mit frischem Elan an die weitere Restauration der Bandsäge gehen, da ich weiss, dass das Herz der Maschine auf jeden Fall schlagen wird.
Das mit der Undichtigkeit im Zylinderkopf und dem wahrscheinlichen Frostriss im Motorblock kriege ich dann schon irgendwie geregelt.
jaki
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Re: Deutz MAH 914 erster Startversuch nach ca. 20 Jahren

Beitrag von jaki »

Hallo,

Soweit man das per Video beurteilen kann, läuft er nicht schlecht. Jetzt bei den nächsten Läufen, und auch dann unter Last schauen ob er Öl verbraucht, schön regelt, Leistung hat, etc... (Ein bisschen Öl darf er schon brauchen... ;) )

Den Frostriss würde ich kleben oder Schweißen, kommt drauf an, wo er liegt, wie lang, breit,etc...

Ich hoffe es gibt dann auch ein Video mit Säge, 8-)

Gruß Jakob
:mrgreen:
Hans

Re: Deutz MAH 914 erster Startversuch nach ca. 20 Jahren

Beitrag von Hans »

Hallo Jakob,
irgendwann gibt's bestimmt ein Video mit Säge und Spalter, oder von einer Probefahrt. Das kann aber noch dauern.
Es ist ein Freizeit-Projekt, das natürlich wegen anderer Arbeiten ein Stück weit hinten an stehen muss.
Ich habe da jetzt im Winter nur so viel dran gearbeitet, weil ich draußen am Haus und im Garten fast nichts machen kann wegen der Temperaturen und der Dunkelheit.
Das wird sich aber im Frühjahr ändern (müssen).
Jetzt wird erst einmal die Maschine komplett zerlegt und dann geht es quasi "von hinten unten" mit der Restauration und dem Zusammenbau wieder los.
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Re: Deutz MAH 914 erster Startversuch nach ca. 20 Jahren

Beitrag von MotorenMatze »

Hallo,

der MAH 914 läuft soweit ich das beurteilen kann schön gleichmäßig. Nur die Drehzahl kommt mir etwas hoch vor.

Der Auspuff gefällt mir so kann man den bis zum Nachbarn legen *lol* :lol: dann hat der auch was von dem Motor.


Gruß Mathias
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Ein guter Freund besucht einen im Knast, wenn man Mist gebaut hat.
Ein echter Freund sitzt im Knast neben einem und sagt, "War aber trotzdem 'ne klasse Aktion."
Hans

Re: Deutz MAH 914 erster Startversuch nach ca. 20 Jahren

Beitrag von Hans »

Hallo,
MotorenMatze hat geschrieben:der MAH 914 läuft soweit ich das beurteilen kann schön gleichmäßig. Nur die Drehzahl kommt mir etwas hoch vor.
Da habe ich auch noch nichts gemacht bzw. geändert an der Schraube oben. Das ist original Baujahr 1949. Ich will aber noch versuchen, mir mal aus so einem elektronischen Fahrradtacho einen Drehzahlmesser zu bauen. Falls das klappt, stelle ich das in die entsprechende Rubrik ein.
MotorenMatze hat geschrieben:Der Auspuff gefällt mir so kann man den bis zum Nachbarn legen *lol* :lol: dann hat der auch was von dem Motor.
Der Nachbar hatte auch so mehr als genug von dem Motor, bei dem Lärm :roll:
Jedenfalls stand da nach gaaaaanz kurzer Zeit ein Schatten am Fenster...
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