380V Motor mit kondensator - warum?
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BUMI
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380V Motor mit kondensator - warum?
Moin, Frage an die Elektriker:
In meinem großen Schutzgasschweißgerät sitzt ein Lüfter der nicht läuft. Wenn der nicht läuft, schaltet die Windfahne nicht und das ganze Gerät tut nichts.
Der Motor ist ein reiner 380V Motor, kein Sternpunkt An den Motor gehen 2 Adern und eine von einem Kondensator.
Die Kabel des Motors verschwinden in einem Kabelbündel und ich habe noch nicht herausgefunden, wo die enden.
Gemessen habe ich noch nicht weil meine Messklemmen weg sind.
Mir ist nun nicht klar, warum man einen Drehstrommotor in einem Gerät mit einem Drehstromanschluss mit 2 Phasen (?) und einem Kondensator betreibt - gibt es dafür einen Grund?
Gruß, Burgfried
In meinem großen Schutzgasschweißgerät sitzt ein Lüfter der nicht läuft. Wenn der nicht läuft, schaltet die Windfahne nicht und das ganze Gerät tut nichts.
Der Motor ist ein reiner 380V Motor, kein Sternpunkt An den Motor gehen 2 Adern und eine von einem Kondensator.
Die Kabel des Motors verschwinden in einem Kabelbündel und ich habe noch nicht herausgefunden, wo die enden.
Gemessen habe ich noch nicht weil meine Messklemmen weg sind.
Mir ist nun nicht klar, warum man einen Drehstrommotor in einem Gerät mit einem Drehstromanschluss mit 2 Phasen (?) und einem Kondensator betreibt - gibt es dafür einen Grund?
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Re: 380V Motor mit kondensator - warum?
Eventuell eine Steinmetz-Schaltung? Läuft das Schweißgerät mit 230- oder 400 V-Anschluß?
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BUMI
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Re: 380V Motor mit kondensator - warum?
Moin, Steinmetzschaltung scheint richtig zu sein. Ich meinte, dass das nur für Motoren mit Sternpunkt geht - ist aber falsch, geht auch im Dreieck. Lt Wikipedia wird die auch bei Maschinen mit Drehstromanschluss verwendet, wenn die Drehrichtung des Motors wichtig ist - das könnte hier wichtig sein, weil der Motor aus dem Gehäuse saugt.
Das nehme ich erst mal als zutreffen an,
Dank, Gruß, Burgfried
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BUMI
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Re: 380V Motor mit kondensator - warum?
Moin, ich habe mal genauer hingesehen und mir ist nicht klar, warum das so ist:
- der Kondensator hat 2 Adern, ist nicht auf "Masse" gelegt
- in den Motor gehen 4 Adern, 2 vom Kondensator, 2 über eine Brücke von einem Anschluss
- die Anschlüsse gehen einmal auf die Brücke, einmal auf eine Kondensatorader (wo die gelösten Muttern zu sehen sind) gemessen habe ich immer noch nicht ... Klemmen sind weg
Gruß, Burgfried
- der Kondensator hat 2 Adern, ist nicht auf "Masse" gelegt
- in den Motor gehen 4 Adern, 2 vom Kondensator, 2 über eine Brücke von einem Anschluss
- die Anschlüsse gehen einmal auf die Brücke, einmal auf eine Kondensatorader (wo die gelösten Muttern zu sehen sind) gemessen habe ich immer noch nicht ... Klemmen sind weg
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- schmierlappe
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Re: 380V Motor mit kondensator - warum?
Hallo, das sieht aus wie ein Einphasenmotor mit Betriebskondensator.
Nur eben für 380 Volt gewickelt für die Anwendung im Schweißapparat.
Das Ding hat zwei Wicklungen, eine Hauptwicklung wo die 380V anliegen und eine Hilfswicklung wo der Kondensator in Reihe liegt.
Wenn der Motor nicht läuft muß er wenigstens brummen.
Wenn er das nicht tut ist er sauber durchgebrannt oder es fehlt die Versorgungsspannung.
Oft ist das Kabel vom Schweißgerät falsch angeschlossen, eine Phase fehlt oder das Verlängerungskabel ist faul oder sowas...
Prüf am besten die Spannung am Anschlußblock im Gerät mit einem Duspol, ob wirklich 3x 380V anliegen.
Nur eben für 380 Volt gewickelt für die Anwendung im Schweißapparat.
Das Ding hat zwei Wicklungen, eine Hauptwicklung wo die 380V anliegen und eine Hilfswicklung wo der Kondensator in Reihe liegt.
Wenn der Motor nicht läuft muß er wenigstens brummen.
Wenn er das nicht tut ist er sauber durchgebrannt oder es fehlt die Versorgungsspannung.
Oft ist das Kabel vom Schweißgerät falsch angeschlossen, eine Phase fehlt oder das Verlängerungskabel ist faul oder sowas...
Prüf am besten die Spannung am Anschlußblock im Gerät mit einem Duspol, ob wirklich 3x 380V anliegen.
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BUMI
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Re: 380V Motor mit kondensator - warum?
Moin, habe gerade den Fehler gefunden - könnte im Boden versinken: Nach 4 Stunden Kabel verfolgen bin ich auf einen Schalter gestoßen der den Lüfter schaltet.
Nun ist klar: das ist ein Drehstrommotor der von 2 Phasen versorgt wird. Der Kondensator ersetzt die dritte Phase. Auf die Weise ist die Drehrichtung das Motors wahrscheinlich unabhängig von der Phasenlage der Anschlussteckdose.
Vielleicht habe ich bei der Sucherei auch irgendwo einen Kontaktfehler beseitigt - nun läuft aber alles.
Gruß, Burgfried
Nun ist klar: das ist ein Drehstrommotor der von 2 Phasen versorgt wird. Der Kondensator ersetzt die dritte Phase. Auf die Weise ist die Drehrichtung das Motors wahrscheinlich unabhängig von der Phasenlage der Anschlussteckdose.
Vielleicht habe ich bei der Sucherei auch irgendwo einen Kontaktfehler beseitigt - nun läuft aber alles.
Gruß, Burgfried
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Re: 380V Motor mit kondensator - warum?
Nee Bumi, Schmierlappe hat Recht. das Typenschild hat kein "3~" 3 Phasen Kennzeichen, kein Stern und kein Dreieck Symbiol, statt dessen ist mit 1µF ein Betriebskondensator angegeben. Das ist wirklich ein auf 380V gewickelter Einphasen-Kondensatormotor, das einzig Ungewöhnliche daran ist halt die Spannung, er ist für den Betrieb zwischen 2 Phasen ausgelegt und nicht zwischen Phase und Null. Damit hängt seine Drehrichtung nur davon ab mit welcher Phase der Phasenschieberkondensator verbunden ist, was bei einem Lüfter sinnvoll erscheint.
Das Scheißgerät wird wohl ein Schweißtransformator sein der auch nur mit 380V zwischen 2 Phasen betrieben wird,
bei "leistungsfähigeren" Trafos ist das nicht unüblich. Ein Motorgenerator würde 3 Phasen haben wollen und die Phasenlage wäre wichtig...
Gruß,
Holm
Das Scheißgerät wird wohl ein Schweißtransformator sein der auch nur mit 380V zwischen 2 Phasen betrieben wird,
bei "leistungsfähigeren" Trafos ist das nicht unüblich. Ein Motorgenerator würde 3 Phasen haben wollen und die Phasenlage wäre wichtig...
Gruß,
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Re: 380V Motor mit kondensator - warum?
Moin, je mehr ich von Euch höre desto einsichtiger wird das für mich ...
Dank, gruß, Burgfried
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Re: 380V Motor mit kondensator - warum?
Die 380V des Lüfters kann sicher auch am fehlenden "N" des Schweißgerätes liegen. Bei älteren Schweiß- (und anderen ) geräten, die früher über 4poligen Kragenstecker ( R,S,T und Schutzleiter, neu L1,L2,L3 und PE ) angeschlossen waren wurden für die Steuerung und Kleinverbraucher entweder Steuertrafos (z.B. 380 / 220 V) verwendet um die nötige Spannung aus den aktiven Leitern "herzustellen", oder wie bei Dir, 380V Lüfter und bei Steuerung durch Schütze, selbige mit 380V Spule. Hab da selber noch welche bei mir im Lager ( ID16).
Hintergrund ist, daß der Schutzleiter, mal volkstümlich ausgedrückt, bei ortsveränderlichen Geräten nicht als Rückleiter ( PEN ), etwa wie bei der klassischen Nullung in ortsfesten Anlagen verwendet werden darf, sondern nur die reine Schutzleiterfunktion zur Ableitung des Fehlerstromes im Fehlerfall hat.
Da der Schweißtrafo vermutlich dreiphasig in Stern, oder Dreieckschaltung betrieben wird, " braucht " er keinen Nullleiter. Soweit mal kurz.
Grüße aus Thüringen, Michael
Hintergrund ist, daß der Schutzleiter, mal volkstümlich ausgedrückt, bei ortsveränderlichen Geräten nicht als Rückleiter ( PEN ), etwa wie bei der klassischen Nullung in ortsfesten Anlagen verwendet werden darf, sondern nur die reine Schutzleiterfunktion zur Ableitung des Fehlerstromes im Fehlerfall hat.
Da der Schweißtrafo vermutlich dreiphasig in Stern, oder Dreieckschaltung betrieben wird, " braucht " er keinen Nullleiter. Soweit mal kurz.
Grüße aus Thüringen, Michael
Mitglied M 359 in der Interessengemeinschaft historische Motoren Deutschland.