Eisemann Generator mit Sachs Stamo 160 erzeugt keine Spannung

Hier kommen Technische Fragen rein

Moderatoren: MotorenMatze, meisteradam, Junkersonkel

DerRestaurator
Beiträge: 27
Registriert: Di 1. Jul 2025, 23:34
Meine Motoren: Sachs Stamo und Deutz

Re: Eisemann Generator mit Sachs Stamo 160 erzeugt keine Spannung

Beitrag von DerRestaurator »

holm hat geschrieben: So 12. Apr 2026, 19:38 Auf was laufen die Kohlebürsten in diesen Generatoren? Sind das solide (meist Messing-)Ringe oder ein segmentierter Kollektor aus Kupfersegmenten wie im Staubsaugermotor?
Also bei meinem kleinen 1~ Wechselstrom-Eisemann sind es einfache massive Schleifringe. Der hat aber auch keinen Schaltkasten.
Beim großen 3~ (Bosch-)Eisemann mit Schaltkasten habe ich noch nie nachgesehen.
holm
Beiträge: 256
Registriert: So 6. Aug 2017, 13:10
Meine Motoren: EL308

Re: Eisemann Generator mit Sachs Stamo 160 erzeugt keine Spannung

Beitrag von holm »

..dann funktioniert der 1~ Eisemann wie beschrieben, Erregung über Läufer, Erzeugung über das Feld.
Die Gleichspannung an den Schleifringen bildet einen rotierenden Elektromagneten im inneren der Feldwicklung, was in dieser eine Wechselspannung erzeugt.

Gruß,
Holm
cinter
Beiträge: 14
Registriert: Di 13. Jan 2026, 06:49
Meine Motoren: Sachs Stamo 100,
Sachs Stamo 160

Re: Eisemann Generator mit Sachs Stamo 160 erzeugt keine Spannung

Beitrag von cinter »

holm hat geschrieben: So 12. Apr 2026, 19:31 Jeder der heute gebräuchlichen Gleichrichter hat eine sogenannte Flußspannungs- bzw. Schwellspannung die in Durchlaßrichtung überschritten werden muß, damit überhaupt ein Strom fließt. Diese Spannung beträgt bei Selengleichrichtern ca. 0,6V, bei Silizium 0,7V und Germanium 0,3V ..jeweils ca.

Das Problem bei Deinen Messungen ist, das eine Gleichrichterstrecke Deiner Gleichrichter nicht aus einer einzelnen Diode besteht, sondern aus einer Reihenschaltung dieser Dioden, jede Platte ist eine einzelne Diode, zwischen 2 Anschlüssen befindet sich aber ein ganzer Stapel dieser Dioden und die Flußspannung addiert sich..0,6V pro Platte. Die preiswerten Meßgeräte messen aber meist mit einer Meßspannung von 1,5V ..auch beim sogenannten Diodentest. Du kannst damit Nichts messen, die notwendige Flußspannung steht nicht zur Verfügung. Deine Ergebnisse sind in soweit völlig nachvollziehbar.. und deshalb sind Spannungsangaben wie 0,2V oder Sowas völliger Kokolores..was wiederum meine Reaktion erklärt. Deswegen auch meine Erzählung vom Klingeltrafo, mit seinen 8-12V Wechselspannung überschreitet der sicher die Flußspannungsgrenze..und ein Glühlämpchen als Indikator läßt auf Grund des fließenden Stroms auch Leckströme oder hohe Innenwiderstände außen vor.

Zum Produktionszeitpunkt dieses Generators gab es keine Digitalvoltmeter und die analogen Instrumente hätten Werte von 0,2V im richtigen Meßbereich gar nicht angezeigt.. weshalb Sowas auch nicht nützlich ist.

Das erklärt aber nicht, warum mit den neuen Gleichrichter kein Saft aus dem Generator kommt. Haben denn die Wicklungen alle Durchgang an den Anschlüssen?

Gruß,
Holm
Vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Jetzt bin ich auf jeden Fall ein Stück schlauer und verstehe das die Aussagekraft meiner Messungen doch geringer ist, als ich gedacht habe.

Ich habe vorhin die Wicklungen gemessen. Die Zusatzerregung hat einen Widerstand von 100 Ohm und die Haupterregung 820 Ohm. Ist das noch normal, oder schon zu viel?
holm
Beiträge: 256
Registriert: So 6. Aug 2017, 13:10
Meine Motoren: EL308

Re: Eisemann Generator mit Sachs Stamo 160 erzeugt keine Spannung

Beitrag von holm »

Ich würde die 100 und die 820 Ohm vorläufig für in Ordnung halten.
Die "Zusatzerrregung" kannst Du erst einmal außen vor lassen, deren Zweck ist es nur, bei erhöhter Stromabgabe auch die Erregung zu erhöhen um die Spannung konstant zu halten. Dazu wird der fließende Ausgangsstrom durch den Stomtrafo auf eine höhere Spannung transformiert, diese gleich gerichtet und in die "Zusatzwicklung" geschickt. Das ist aber erst mal 2. Baustelle.
Für die prinzipielle Funktion ist die Haupterregerwicklung wichtig. Als nächstes prüfe bitte mit dem Multimeter im Ohmbereich das Drahtpotentiometer mit dem man die Erregung einstellt. Da solltest Du einen veränderbaren Widerstand finden und das sollte besser nicht "springen". Auch sollte Durchgang (rund 100Ohm?) in der Erzeugerwicklung zu finden sein.

Gruß,
Holm
cinter
Beiträge: 14
Registriert: Di 13. Jan 2026, 06:49
Meine Motoren: Sachs Stamo 100,
Sachs Stamo 160

Re: Eisemann Generator mit Sachs Stamo 160 erzeugt keine Spannung

Beitrag von cinter »

holm hat geschrieben: Di 14. Apr 2026, 07:44 Für die prinzipielle Funktion ist die Haupterregerwicklung wichtig. Als nächstes prüfe bitte mit dem Multimeter im Ohmbereich das Drahtpotentiometer mit dem man die Erregung einstellt. Da solltest Du einen veränderbaren Widerstand finden und das sollte besser nicht "springen". Auch sollte Durchgang (rund 100Ohm?) in der Erzeugerwicklung zu finden sein.
Das Drahtpoti habe ich schon einmal durchgemessen, es hat auf jeden Fall Durchgang. Aber ich werde heute Nachmittag nochmal die genauen Werte messen.

Mit Erzeugerwicklung meinst du den "Wechselstrom-Generator" an sich, oder?

Ich glaube zwar nicht das es relevant oder hilfreich für die Fehlersuche ist, aber wenn ich es richtig verstehe könnte ich die Zusatzerregung auch erstmal abklemmen?
Wobei, wenn kein Strom fließt dann schließt sich ja auch erstmal der Trafo als Fehlerquelle aus...
holm
Beiträge: 256
Registriert: So 6. Aug 2017, 13:10
Meine Motoren: EL308

Re: Eisemann Generator mit Sachs Stamo 160 erzeugt keine Spannung

Beitrag von holm »

Du könntest sie abklemmen..ja, aber ich meinte das die vorläufig schlicht egal ist. Die hat erst Wirkung wenn der Generator Strom erzeugt und belastet wird..das haben wir momentan noch nicht.
Da bei Dir die Erregerwicklungen zwangsläufig im Stator untergebracht sind (es sei denn Du hättest 4 Schleifringe auf den Anker), ist die Ankerwicklung diejenige die die Spannung erzeugen sollte. Dazu ist notwendig das im Feld ein Magnetfeld entsteht, der Anker rotiert und dessen Anschlüsse auch außen ankommen.
Normalerweise zieht sich das selbst aus dem Sumpf in dem der im Stator befindliche Restmagnetismus im Anker (wenig) Spannung erzeugt, diese über den Gleichrichter und Drahtregler wieder auf der Erregerwicklung erscheint und das Magnetfeld verstärkt, das wiederum führt zu mehr Spannung ..mehr Erregung usw..
Wenn die Dinger lange gestanden haben, ist der Restmagnetismus oft verschwunden, das ist dann der Punkt an dem mit einer Batterie nachgeholfen werden sollte..

Gruß,
Holm
holm
Beiträge: 256
Registriert: So 6. Aug 2017, 13:10
Meine Motoren: EL308

Re: Eisemann Generator mit Sachs Stamo 160 erzeugt keine Spannung

Beitrag von holm »

Nochmal was zu den Widerständen der beiden Erregerwicklungen. Die Hauptwicklung ist mit 820 Ohm relativ hochohmig, weil sie mit den Gleichgerichteten 230V betrieben wird. Die Spannung liegt also fest, die Wicklung ist mit vielen Windungen verhältnismäßig dünnen Drahtes ausgeführt. Für die Stromregelwicklung..oder Nebenerregerwicklung oder wie wir auch immer diese nennen, ist das nicht so. Da die Spannung für diese sowieso aus einem trafo erzeugt wird, der mit seiner Primärseite durch den fließenden Laststrom magnetisiert wird und sekundär überhaupt nicht festgelegt ist, hat sich Eisemann auf irgend eine, uns unbekannte Spannung eingeschossen, auf die dann die Trafosekundärwicklung, der Gleichrichter und die Nebenerregerwicklung ausgelegt worden sind. Rein theoretisch hätte man auch diese Wicklung über einen Gleichrichter direkt in den Lastkreis einschleifen und entsprechend niederohmig auslegen können, das hätte aber einen ziemlich fetten Gleichrichter erfordert, heute kein Problem, aber damals war ein Selengleichrichter für 10A ein riesiges und teures Ding...

Gruß,
Holm
cinter
Beiträge: 14
Registriert: Di 13. Jan 2026, 06:49
Meine Motoren: Sachs Stamo 100,
Sachs Stamo 160

Re: Eisemann Generator mit Sachs Stamo 160 erzeugt keine Spannung

Beitrag von cinter »

Danke nochmals für deine ausführlichen Erklärungen! Langsam verstehe ich immer besser wie so ein Stromerzeuger eigentlich funktioniert.

Dann zu meinen Messungen. Das Drahtpoti habe ich durchgemessen und es hat einen Widerstandsbereich von 7 - 660 Ohm.
Beim langsamen Drehen ändert sich der Widerstand gleichmäßig und ohne Sprünge/Aussetzer. Auf dem Gehäuse des Poti ist eine 700 eingeprägt, was vielleicht auf 700 Ohm hindeutet. Das würde ich also mal als in Ordnung empfinden.

Und zur Generatorwicklung, da habe ich einen Widerstand von 990 Ohm gemessen.
holm
Beiträge: 256
Registriert: So 6. Aug 2017, 13:10
Meine Motoren: EL308

Re: Eisemann Generator mit Sachs Stamo 160 erzeugt keine Spannung

Beitrag von holm »

..klingt erst einmal gut. Dann prüfe bitte 2 mal die Verdrahtung Deines neuen Gleichrichters mit dem Drahtpoti und der Haupterregerwicklung. Wenn die Ankerwicklung in Ordnung ist, sich das Ding dreht und Du schon mit Batterie etwas angeschubst hast, muß da Strom rauskommen.. Klemme 2 olle Glühlampen in Reihe als Last an das Ding, 2 in Reihe deshalb, weil da u.U. mehr Spannung raus kommt, als Eine vertragen würde..so lange das Teil noch nicht richtig funktioniert.

Dir, und auch den Anderen hier die prinzipielle Funktion beizubringen war meine Intention. Zauberei ist daran Nichts, wenn man mal von der grundlegenden Parametrisierung währen der Entwicklung des Generators absieht :-)

Gruß,
Holm
cinter
Beiträge: 14
Registriert: Di 13. Jan 2026, 06:49
Meine Motoren: Sachs Stamo 100,
Sachs Stamo 160

Re: Eisemann Generator mit Sachs Stamo 160 erzeugt keine Spannung

Beitrag von cinter »

holm hat geschrieben: Do 16. Apr 2026, 09:30 Dir, und auch den Anderen hier die prinzipielle Funktion beizubringen war meine Intention. Zauberei ist daran Nichts, wenn man mal von der grundlegenden Parametrisierung währen der Entwicklung des Generators absieht :-)
Nunja, für einen selbst - wenn man Ahnung von der Materie hat - erscheint einen kaum als Zauberei ;)

Es hat jetzt etwas gedauert, aber gestern habe ich mal wieder Zeit gefunden. Vorne weg, der Generator liefer immer noch keinen Strom.
Ich habe die Verkabelung der Brückengleichrichter mindestens 2x überprüft und sie mit einem 12V~ Steckernetzteil geprüft um sicher zu gehen das auch der Anschluss wirklich korrekt ist.

Als Last habe ich 3 alte Backofenlämpchen angeschlossen (Waren die einzigen, die noch einen Glühfaden haben) - Vorher natürlich getestet, ob sie funktionieren.

Dann habe ich auch nochmals versucht den Restmagnetismus anzuregen und dabei den Strom gemessen: 14mA, was zum Widerstand der Wicklung passt und ein Kontaktproblem kann es daher wohl auch nicht sein.

Gibt es denn dann noch eine Mglichkeit?
Wenn du schon sagst, er müsste eigentlich laufen, dann besteht wohl langsam wenig Hoffnung?
Antworten