Identifikation eines Junkers 1 HK 65

Hier können Sie nach Motordaten Fragen wenn der Typ und Hersteller bekannt ist

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Andres64
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Identifikation eines Junkers 1 HK 65

Beitrag von Andres64 »

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Guten Abend zusammen aus der Schweiz
Vor mir steht ein Junkers 1 HK 65 ohne Typenschild in Arbeit. Jetzt geht es darum den Motor zu identifizieren. Bekannt ist einzig, dass der Motor in einem Boot verbaut war. Andrehkurbel mit Kettenantrieb über der Nockenwelle. Kühlwasserpumpe seitlich extern über eine Riemenscheibe betrieben. Er hat die Nummer 30677 am linken hinteren Auflager eingeschlagen so wie eine zweite Nummer 530 an vorderen rechten Auflager. Die Kurbelgehäusedeckel sind mit dem Junkers Dreieck gestanzt. Das Öldruckmanometer befindet sich auf der rechten Seite auf Höhe des Öl Einfüllstutzen. Dieselfilter wurde nachgerüstet.
4 Offene Fragen: 1. In welcher Produktionsstätte wurde er gebaut? 2. Lässt sich auf Grund der eingeschlagenen Nummer das Baujahr herausfinden? 3. Gibt es eventuell noch Unterlagen wie Betriebsanleitung und Ersatzteilliste zu diesem Motor? 4. Gibt es Dokumente aus denen der damalige Preis dieser Version ersichtlich ist ?
Besten Dank an alle die behilflich sind in dieser Angelegenheit
Mit freundlichen Grüssen aus der Werkstatt Andres
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motorenbau
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Re: Identifikation eines Junkers 1 HK 65

Beitrag von motorenbau »

Hallo

Die Blechdeckel am Kurbelgehäuse sprechen für eine eher späte Ausführung, so grob um 1940. Da wurden meines Wissens auch keine Motoren mehr in Scharfenstein gebaut, also kommt er vermutlich aus Chemnitz.
Ich kann Dir Nachdrucke einer Bedienungsanleitung und Ersatzteilliste anbieten, allerdings auch die etwas ältere Ausführung mit den Gussdeckeln, die sich aber nur in kleinen Details unterscheidet.

Gruß Christian
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Re: Identifikation eines Junkers 1 HK 65

Beitrag von motorenbau »

Hallo

Ich muss noch mal korrigieren. Die Fertigung in Scharfenstein und Chemnitz lief wohl bis Kriegsende parallel. Baujahr kannst Du evtl. auf der Kurbelwelle finden. Da wurde oft das Datum eingeschlagen, wann sie gewuchtet worden ist.

Gruß Christian

PS: Es gibt zu den Gegenkolbenmotoren eine WhatsApp-Gruppe. Hast Du da Interesse?
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Andres64
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Re: Identifikation eines Junkers 1 HK 65

Beitrag von Andres64 »

Guten Abend Christian
Herzlichen Dank für deine Antwort. Das bringt wieder etwas Licht ins Dunkle. Bin sehr interessiert an der Betriebsanleitung und der Ersatzteil Liste. Du kannst mir den Preis über PN mitteilen. Mache mich auf die Suche an der Kurbelwelle bezüglich Datum. Das finde ich toll, dass es eine Wats App Gruppe gibt. Würde mich gerne anschliessen. Bei Junkers ist vieles einfach anders als das was ich bis jetzt an Zweitakt Dieselmotoren in den Händen hatte. Zweitakt Diesel Stationärmotoren sind bei uns in der Schweiz eher wenig bekannt. Abgesehen vom Sulzer Schiffsmotorenbau. Die Spindel- Motoren und Maschinen Fabrik Weber in Uster hat sich auf den Bau von Zweitakt Dieselmotoren vor dem Krieg spezialisiert. Daneben musste Die Firma Motoscoche in Genf (M.A.G) sich ebenfalls damit abmühen, eine Zweitakt Diesel zu fertigen auf "Wunsch" der Armee. Beide Fabrikate wurden vorwiegend in Befestigungsbauten als Generatoreneinheit eingesetzt bis Mitte der 50er Jahre. Dann wurden viele ersetzt durch luftgekühlte MWM. Endlich war das grosse Problem vom gefrierendem Kühlwasser und den Folgeschäden daraus kein Thema mehr. Mitte der 80er Jahren begann der grosse Rückbau von Befestigungsanlagen und die meisten Motoren wurden somit zu Altmetal. Wenige haben bis heute im Originalzustand überlebt und laufen immer noch einwandfrei. In der zivilen Nutzung fand man Weber Motoren in Booten, Schienenfahrzeugen, Baumaschinen und natürlich als Notstromagregate in Spitäler. Angeboten wurden1, 2 und 3 Zylinder Motoren. Die Fertigung des Dreizylinders wurde als erstes eingestellt auf Grund der Störanfälligkeit und des Kaufpreises.
M.A.G versuchte mit wenig Erfolg den Zweitakt Diesel in der Landwirtschaft als Stationärmotor noch zu vermarkten. Bernhad aus Frankreich hatte da jedoch den bedienerfreundlicher, Kostengünstigere Benzinmotoren mit vergleichbarer Leistung im Angebot und beherrschte den Markt bei uns weitgehend.
Um so mehr freue ich mich über den Junkers.

Mit freundlichen Grüssen aus der Werkstatt
Andres
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